Bürgerstiftung Barnim Uckermark

In der Not helfen. Integration fördern.

Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Jasmen* aus Syrien war neun Monate alt, als sie durch einen Bombensplitter ihr linkes Auge verlor. Nach der Flucht ihrer Familie vor dem Krieg bekam sie ein Kunstauge und musste regelmäßig zur Nachsorge in eine Berliner Klinik. Doch die Fahrtkosten wurden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Das ist nur ein Beispiel unter vielen, bei denen der Flüchtlingsfonds hilft, weil es für dringend notwendige Dinge keine gesetzliche Unterstützung für die Betroffenen gibt. Der Flüchtlingsfonds wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung. Helfen sie mit Ihrer Spende den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Damit Integration gelingen kann.

Die wichtigsten Informationen zum Flüchtlingsfonds im Überblick

 

Warum braucht es einen Flüchtlingsfonds?

Noch immer gibt es Lücken im Ausländerrecht, die eine erfolgreiche Integration erschweren. Mit den Mitteln aus dem Flüchtlingsfonds können wir schnell und unbürokratisch in dringenden Notlagen helfen, die nicht über staatliche Hilfen zu lösen sind. Zum Beispiel bei der Übernahme der Dolmetscherkosten im medizinischen Bereich oder bei der Beschaffung von Pässen und anderen notwendigen Dokumenten. Aktuell werden solche Fragen von Sozialgerichten verhandelt. Aber die Geflüchteten brauchen JETZT Hilfe und niemand weiß, wann und wie entschieden wird.

 

Was bewirke ich mit meiner Spende für den Flüchtlingsfonds?

Mit ihrer Spende helfen sie den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Geflüchtete aus Kriegsgebieten leiden oft unter körperlichen und seelischen Verletzungen. Viele sind nach ihrer Flucht völlig mittellos und auf sich allein gestellt.
2016/17 konnten wir in mehr als 30 Einzelfällen mit insgesamt rund 11.000 Euro helfen. Über die materielle Hilfe hinaus signalisieren wir den Zugewanderten, dass es Menschen gibt, die sich für ihre Situation interessieren und in der Not helfen. Einheimische erfahren von den Problemen bei der Integration und können sich gezielt engagieren. Der Flüchtlingsfonds wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Deshalb sind wir für jede Spende dankbar.

 

Wer steht hinter dem Flüchtlingsfonds?

Der Flüchtlingsfonds wurde Mitte der 1990er Jahre durch den In- und AusländerInnenkreis Eberswalde gegründet. Hier engagierten sich überwiegend Menschen aus dem kirchlichen Umfeld für ein tolerantes Miteinander. Seit 2007 befindet sich der Fonds in Trägerschaft der Bürgerstiftung und hilft Geflüchteten im Landkreis Barnim, seit 2016 auch im Landkreis Uckermark.

 

Wie genau erfolgt die Hilfe aus dem Flüchtlingsfonds?

Der Fonds hilft auf Antrag, der in der Regel durch die kommunalen Integrationsbeauftragten begleitet wird. Die Förderung erfolgt als Zuschuss oder Darlehen. Gefördert werden können:
* Fahrtkosten für eine ambulante psychosoziale Therapie oder eine wiederholte Facharztbehandlung
* Beschaffung von Dokumenten (Pässe, Diplome u.a.) aus dem Herkunftsland
* Dolmetscherkosten in dringend notwendigen Fällen (Krankenhaus, Schule)
* Medizinische Leistungen, die nicht gesetzlich erstattet werden (z.B. Brille)
* Anwaltskosten (hier in der Regel nur die erste Rate)
* Kleinere Projekte der Selbsthilfe zur Integration

 

Wer entscheidet über eine Förderung?

Über die Anträge auf Förderung entscheidet ein Vergabebeirat aus drei Personen, die sich gut mit Fragen der Integration und im Sozialrecht auskennen. Das Gremium leitet derzeit Frau Marieta Böttger, ehemalige Integrationsbeuaftragte des Landkreises Barnim.

 

Welche konkreten Beispiele für die Förderung gibt es?

Jasmen* aus Syrien...

...war neun Monate alt, als sie durch einen Bombesplitter ihr linkes Auge verlor. Hier in Deutschland bekam Jasmen 2016 ein künstliches Auge. Dies erforderte mehrere Sitzungen, zu denen die Kleine von ihren Eltern begleitet wurde. Die hohen Fahrtkosten wurden nicht von der AOK übernommen. Der Flüchtlingsfonds Barnim half mit einem Fahrkostenzuschuss in Höhe von 200 €.

Jasmen ist heute ein lebensfrohes Mädchen. Sie ist jetzt sieben Jahre alt, besucht die 1. Klasse und spricht fließend deutsch. Auf den ersten Blick ist ihre Behinderung (Kunst-Auge) kaum wahrzunehmen. Manchmal kann es passieren, dass das Auge beim Spielen herausfällt, das nimmt sie aber relativ gelassen. Sie erzählt mit Begeisterung, dass sie später Zahnärztin werden möchte und dass sie hier ganz viele Freundinnen hat. Was sie und ihre Eltern in Syrien erlebt haben, scheint in diesem Moment ganz weit weg zu sein. Jasmen hat für uns ein Bild gemalt, so wie sie ihren Alltag heute wahrnimmt: fröhlich und bunt.
* Name auf Wunsch der Eltern geändert

 

S.M., aus Afghanistan...

... fand im Internet er seine Traumlehrstelle als Zahntechniker in Bernau. Sein Arbeitgeber schätzt ihn als äußerst geeignet. Da sein Asylverfahren im Freistaat Bayern lief, geriet er in die Mühlen der Bürokratie. Er brauchte vielfältige Unterstützung, um die Lehre anfangen zu können. Der Flüchtlingsfonds übernahm die Kosten für eine Fahrt nach Passau (181,30 €), damit er die Probleme mit den bayrischen Behörden klären konnte. Das war ein nur kleiner Baustein, das Gesamtproblem lösen zu können.

 

Drei jungen Eritreern...

... drohte die Abschiebung nach Italien und damit ein Leben auf der Straße. Der Jugendmigrationsdienst Barnim bat im Januar 2017 um Unterstützung, da nur ein Rechtsanwalt helfen konnte, die nötigen Papiere zu erhalten. Zwei der Jugendlichen konnten so mit ihren Taufurkunden nachweisen, dass sie noch minderjährig sind. Nun dürfen sie ihr Asylverfahren in Deutschland durchführen. Dem dritten jungen Mann wurde im November 2017 durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge der Flüchtlingsstatus gewährt, verbunden mit einem Aufenthalt von zunächst drei Jahren. Der Flüchtlingsfonds übernahm die Anwaltskosten.

Helfen Sie
           Kindern

                    in Armut!

 

„Starke Familien – Starke Kinder“

„Kinderarmut ist eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft. In Brandenburg ist fast jedes vierte Kind von Armut zumindest bedroht. Die Bekämpfung der Kinderarmut hat daher für Sozialministerin Diana Golze oberste Priorität und bildet einen sozialpolitischen Schwerpunkt.

Die Armutsfolgen für die Kinder sind extrem: Sie haben besonders häufig gesundheitliche Nachteile, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung, und der Übergang in das Erwerbsleben ist oft schwierig. Kein Kind darf in dieser Armutsfalle stecken bleiben (…) Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs notwendig. Sozialministerin Diana Golze hat deshalb den Brandenburger Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut „Starke Familien – Starke Kinder“ ins Leben gerufen.“ Weiterlesen siehe http://www.starke-familien-starke-kinder.de/initiative/

 

Kinder haben Rechte: Auf Schutz vor Gewalt, auf Beteiligung, Bildung und vieles mehr. Sie sind in den 54 Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention verankert, ihre Durchsetzung gilt es zu verwirklichen. 

Die Bürgerstiftung widmet sich seit über zehn Jahren den Kinderrechten. 2016 schlossen wir das Projekt „x-mal anders. x-mal gleich“ ab, das seit 2013 in Schwedt mit über 20 Kooperationspartnern durchgeführt wurde.

 

AKTUELL engagieren wir uns im Projekt

Bahtalo! Freizeitangebote für Roma Kinder/Jugendliche

„Bahtalo", steht auf Romanes für Freude und Hoffnung. Das Projekt möchte Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote und schulische Unterstützung ermöglichen.

In Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels, der Beratungsstelle der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, der Stadt Eberswalde, dem Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V. gibt es künstlerische Angebote aus den Bereichen Musik, Theater, Bewegung, Bildende Kunst und Medien. Wir möchten, dass sich die Kinder sowie Jugendlichen als Individuen erleben, sich als Subjekte selbst wahrnehmen und wahrgenommen werden.

Dieses Kinderrechtsprojekt wendet sich an mehrfach diskriminierte Kinder und Jugendliche aus Zuwanderungsfamilien, aus Minderheiten, aus Armutsverhältnissen und von Antiziganismus Betroffene. Es gilt den in Eberswalde lebenden Kindern und Jugendlichen Chancengleichheit in Schule und Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Team Bürgerstiftung: Dríta Jakupi, Kai Jahns