Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Bildung

INKLUSIVE KINDERRECHTSBILDUNG IN GEMEINWESEN UND SCHULE Ein Labor für eine neue Beteiligungskultur

Kinder haben Rechte: Auf Schutz vor Gewalt, auf Beteiligung, Bildung und vieles mehr. Sie sind in den 54 Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention verankert, ihre Durchsetzung gilt es zu verwirklichen. 

Die Bürgerstiftung widmet sich seit über zehn Jahren den Kinderrechten. 2016 schlossen wir das Modellprojekt „x-mal anders. x-mal gleich“ ab, das seit 2013 in Schwedt mit über 20 Kooperationspartnern durchgeführt wurde. Gefördert wurde das Projekt durch die Aktion Mensch, die Lindenstiftung für vorschulische Erziehung, die Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, die Amadeu Antonio Stiftung, das Deutsche Kinderhilfswerk und durch den Lokalen Aktionsplan Uckermark.

„Damit Kinder ihre Rechte wahrnehmen können, müssen sie sie kennen. Sich einmischen, mitreden und mitentscheiden wollen und dabei auch Konflikte aushalten, lernen, dass manches länger dauert und dann trotzdem dabeibleiben – all das ist wichtig und all das muss man üben.“ (Diana Golze, Sozialministerin des Landes Brandenburgs)

Mit dem Projekt wurde bei allen Beteiligten ein umfangreiches Wissen zu Mitbestimmung & Kinderrechten aufgebaut. Die Kinder gaben dieses Wissen mit Freude und souverän weiter, auf Stadtfesten und Diskussionsrunden an Erwachsene oder im KinderrechteClub. Dort entwickelten sie Ideen für kleine und größere Projekte, die sie anschließend in die Tat umsetzten. Hierbei konnten Kinder und Erwachsene erleben, was eine demokratische Beteiligungskultur konkret bedeutet.

„Wenn wir Kinder nicht als Subjekte von pädagogischen Bemühungen betrachten, sondern sie mitmischen lassen, dann gewinnen alle. Fachleute beschreiben das als Selbstwirksamkeit. Von Kindern – mit Kindern – für Kinder. Besser geht’s nicht.“ (Günter Baaske, ehem. Bildungsminister des Landes Brandenburg)

Eine umfassende Dokumentation beschreibt die Projektbausteine und ihre Wirkungsweise. Sie ist auf unserer Website im Bereich Downloads zu finden und nicht nur für Bildungsexpert*innen lesenswert. Wir hoffen, dass viele Akteure von unseren Erfahrungen profitieren. Und natürlich viele Kinder.

Die Bürgerstiftung bleibt in Sachen Kinderrechten auch weiterhin am Ball. Dafür setzen wir auf Modelle, die die Selbstbefähigung von Kindern fördern. Kulturelle Bildung spielt in unseren Projekten hierbei zunehmend eine größere Rolle. Und seit 2015 natürlich auch Kinder und Jugendliche, die in unser Land geflohen sind.

Die Freudenberg Stiftung hat die „Initiative Bildungsrecht für Kinder mit Fluchterfahrung: JETZT!“ ins Leben gerufen und hierzu bundesweit Pilotprojekte gefördert. Die Bürgerstiftung führt in diesem Rahmen das Pilotprojekt »Inklusion von geflüchteten Kinder und Jugendlichen in Schulen« durch. An den Standorten Prenzlau und Eberswalde liegt unser Schwerpunkt darauf, bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren: Freiwillige engagieren sich für ein besseres Ankommen von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung in Schulen. Denn gerade Schulen können hier Unterstützung leisten. So erfahren Kinder Gemeinschaft und lernen eine neue Sprache. Das Engagement der Freiwilligen ist vielfältig: Sprachunterricht, Hilfe bei Hausaufgaben und im Alltag, individuelle Förderung entsprechend der Interessen und Potenziale. Ein wichtiger Teil des Projekts ist die intensive Begleitung ihres Engagements durch Beratung, Austauschs, Supervision und Qualifizierung. Wichtiger Partner und Projektort in Eberswalde ist die Johann-Wolfgang-von-Goethe- Schule. Hier sind  besonders viele Ehrenamtliche tätig und es findet regelmäßig ein Familiencafé statt.

In Prenzlau konnten sich Geflüchtete und Freiwillige im Familiencafé der Carl-Friedrich- Grabow-Schule in schulischen Fragen austauschen. Ebenso regten wir zum Nachdenken darüber an, was geflüchtete Kinder und Jugendliche im Alltag beschäftigt. Wer weiß schon, was Flucht und Heimatverlust wirklich bedeuten? Die Schicksale und Erfahrungen damit sind so verschieden, wie die Reaktionen darauf. Mit dem Kunstprojekt „my space“ setzten sich Jugendliche mit ihrem individuellen sicheren Ort auseinander. Denn für alle Kinder und Jugendliche, ob mit oder ohne Fluchterfahrung, gilt: Sie brauchen einen Ort der »inneren Sicherheit« – und den kann Schule bieten.

Noch recht frisch ist die Zusammenarbeit mit dem Oberstufenzentrum Uckermark in Prenzlau. Hier unterstützen wir geflüchtete Jugendliche durch die Weiterentwicklung eines starken Bildungsnetzwerkes. Denn viele Akteure müssen Hand in Hand arbeiten, dass die Bildungswege der Jugendlichen Früchte tragen und sie eine Ausbildung beginnen können.

„Hand in Hand“ ist auch der Name unseres  integrativen Zirkusprojektes für Kinder in Eberswalde. Dahinter steckt die Idee, Kindern mit und ohne Fluchterfahrung durch sportliche und kulturelle Betätigung neue Anknüpfungspunkte zu geben. 2018 können wir dank der Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung dieses Projekt auch in Prenzlau durchführen.

Quelle beide Zitate: Vorwort der Projektdokumentation.