Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Freiwillig

Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Solidarität und bietet eine Chance, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Wir qualifizieren und beraten deshalb zu allen Fragen des Engagements – Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen. Wir machen Lobbyarbeit und würdigen das Ehrenamt.

 

Je früher Menschen mit verschiedenen Formen des Engagements in Berührung kommen, desto wahrscheinlicher setzen sie sich ihr Leben lang für das Gemeinwohl ein. Deshalb wenden sich viele unserer Projekte an junge Menschen. Hier können sich Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen, Ideen finden, ihre Fähigkeiten entdecken und entwickeln. Egal ob es um ein Theaterstück geht oder um ein Filmprojekt – hier können sie Verantwortung übernehmen, demokratische Spielregeln lernen und sichtbare Ergebnisse produzieren.

 

 

Freiwilligen-Agentur Eberswalde

Ehrenamtliche leben länger

 

Die Freiwilligen-Agentur Eberswalde bringt seit vielen Jahren Projekte wie den „Engagement-Marktplatz“ oder den „Freiwilligentag“ auf den Weg. In Kooperation mit der Stadt Eberswalde vermittelt die Agentur Ehrentamtliche zielgenau dorthin, wo sie gebraucht werden. Eberswalder Vereine und Bildungsträger suchten 2016 für 80 Tätigkeiten helfende Hände, rund 70 Menschen konnten in ein längerfristiges Ehrenamt vermittelt werden.

 

Die Agentur organisiert regelmäßig Fortbildungen zu allen Fragen rund um das Ehrenamt. 2016 stand das Engagement zur Inklusion von Geflüchteten im Vordergrund. Hiezu gab es acht Workhops. Lust auf das Ehrenamt machte die Agentur beim Begrüßungsfest für die neuen Studierenden der HNEE oder beim „Schlauen Donnerstag“ im Amadeu-Antonio-Haus unter dem Motto „Ehrenamtliche leben länger“. Denn Engagement macht gesund und glücklich – das haben Wissenschaftler der Universität Michigan herausgefunden.

Freiwilligen-Agentur Eberswalde

Drei Stunden im Leben einer „Freiwilligen-Agentin“

 

8:50. Ich schließe das Büro im Amadeu-Antonio-Haus auf, stelle das Schild „Gemeinsame Sache – Patenschaften machen Freu(n)de vor die Tür“. Heute ist Sprechstunde.

 

9:10. Ein Paar klopft an die Tür. Den Mann kenne ich aus einer Weiterbildung im Jobcenter. Dort hatte ich zum Thema Ehrenamt referiert. Beide sind länger arbeitslos und möchten ihre Zeit sinnvoll nutzen, im Team etwas tun, für sich und für andere. Wir sprechen über ihre beruflichen Erfahrungen und Interessen. Die Frau will auf Altenpflege umschulen und gern in einem Pflegeheim Erfahrungen sammeln. Gut. Ein Anruf – und ein Gesprächstermin für die junge Frau ist gemacht. Auch er möchte richtig anpacken. Vielleicht als Beifahrer bei der Eberswalder Tafel? Für ihn muss ich noch das Passende finden. Wir verabreden, dass ich ihn später anrufe.

 

10:00. E-Mails beantworten. Ein Telefonat mit der Kollegin aus Cottbus. Wir planen das Fest der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, sie feiert im Januar 2017 ihr 10jähriges Jubiläum.

 

10:30. Es klopft erneut. Eine junge Frau, kürzlich nach Eberswalde gezogen, fragt nach Möglichkeiten für ein Ehrenamt. Sie arbeitet in Berlin. Donnerstag ist ihr freier Tag, den möchte sie nutzen: Etwas Praktisches tun, helfen, Leute in Eberswalde treffen. Schön – wir verabreden, es mit der Hausaufgabenhilfe für ein Kind mit Fluchterfahrung zu versuchen. Sobald ich Rückmeldung von der Schule bekomme, melde ich mich bei ihr.

 

11:10. Höchste Zeit, die aktuellen Angebote der Freiwilligenagentur für den kommenden Monat zusammen zu stellen und an die Pressestelle der Stadt zu schicken. Heute ist Termin, wenn sie noch ins nächste Amtsblatt kommen sollen.

 

11:30. Ein junger Mann, aus Somalia geflüchtet, steht in der Tür. Könnte er ehrenamtlich arbeiten? Vielleicht in einem Garten? Dann könnte er gleich anwenden, was er im Deutschkurs gelernt hat. Wir werden sicher das Richtige für ihn finden.

 

12:00. Mittagspause. Auf dem Weg treffe ich eine Frau, die ich in die Suppenküche vermittelt habe. Sie lacht und erzählt, dass ihr die Arbeit Freude bereitet – und wie sehr ihr das Miteinander im Team gefällt.

 

Freiwilligentag Eberswalde

1.600 Stunden am Tag arbeiten? Schaffen wir!

 

 „Ich möchte helfen.“ „Ich wollte schon immer einen Blick in die Kita nebenan werfen.“ „Ich bin froh, mal vom Schreibtisch wegzukommen.“ So bunt wie die 30 Projekte, so verschieden waren die Motive zum Mitmachen beim 8. Freiwilligentag Ende April in Eberswalde. Einen halben Tag lang hieß es: Streichen, schaufeln, singen, musizieren, mauern, malen... Über 400 Freiwillige leisteten zusammen mehr als 1.600 Arbeitsstunden für den guten Zweck. Vieles davon wird bleiben, als schöne Erinnerung, neue Freundschaft oder für alle sichtbar im Stadtbild – wie der „Neue Blumenplatz“ vor dem Humboldt-Gymnasium. Und die Freiwilligen-Party am Abend bot wie immer Gelegenheit, sich gemeinsam über die Ergebnisse zu freuen und neue Ideen zu spinnen.

 

 

Engagement-Marktplatz - Tatkräftig Handeln

Dealen für den guten Zweck

 

Ein Gestaltungsplan für den Schulcampus gegen eine Stadtführung. Ein Boxtraining gegen einen Workshop zur Berufsorientierung. Das sind nur zwei von 42 Vereinbarungen, die beim 3. Engagement-Marktplatz ausgehandelt wurden. Mit von der Partie waren viele „alte Hasen“ sowie Vereine und Firmen, die ganz frisch von der Idee befallen waren. Auch sie gingen am Ende des Tages  mit überraschenden Ergebnissen nach Hause. Tolle Stimmung und eine wunderbare Gelegenheit zum Austausch von Ideen – so lautete das Fazit am Ende des Abends, an dem es nur ein Tabu gab: Das Thema Geld.

 

Die Projekte der Freiwilligen-Agentur wurden 2016 gefördert durch die Stadt Eberswalde, die Sparkasse Barnim, FDP-Stadtverordnete Eberswalde, Axel Vogel (MdL Grüne), Landesregierung Brandenburg, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.